21.9.2022 – Ankunft in Todtmoos
Wie auch beim letzten Schwarzwaldbesuch vor einem Jahr verläuft die Anfahrt auch diesmal problemlos, alle nennenswerten Staus waren zum Glück auf der Gegenspur.
Das Appartement am Berghang über dem Städtchen ist sehr nett eingerichtet und vom Balkon hat man einen schönen Blick in Sonnenuntergangsrichtung.


Morgen wollen wir dann die erste Wanderung machen, denn das Wetter soll vorerst noch halten.
22.9.2022 – Der Lebküchlerweg
Von unserer Unterkunft aus geht es zunächst am Rande des Städtchens vorbei…

…und bald beginnt zwischen typischen Schwarzwaldhäusern der Wanderweg, der seinen Namen von der historischen Geschäftsidee der Todtmooser hat, den Pilgern für ihren Heimweg Lebkuchen als haltbaren Proviant zu verkaufen, weshalb die Einwohner auch „Lebküchler“ genannt wurden.

Ein schöner Waldweg quert mehrmals einen Gebirgsbach über kleine Brücken…

…über Teilstrecken ist der Weg auch befestigt worden, da es hier offenbar häufiger regnet und die Wege sonst zu schnell versumpfen.

Irgendwann tritt man aus dem Wald heraus und befindet sich auf grüner Almwiese…

…jetzt wird es warm und die Hosenbeine müssen ab!

Durch die Regenfälle der vergangenen Tage sind die Pilze gewachsen, ein paar sehr beeindruckende Riesentrichterlinge haben die übliche Zerstörungswut gelangweilter Gelegenheitswanderer sogar überlebt.

Eigentlich wollten wir nur die Wegführung über die Asphaltstraße vermeiden und haben daher mit dem Wandernavi eine alternative Route gesucht. Sie führt uns über einen verborgenen Weg auf eine offenbar kaum begangene Strecke, die wohl wegen des überbordenden Tourismus eingestellt wurde und jetzt nur noch den Insidern zur Verfügung steht, während die offizielle Strecke wie gesagt über die Strasse führt.

Einige der Brücken wirken sehr provisorisch, was aber eher den Eindruck verstärkt, daß sie nicht für den Haupt-Tourismusstrom gedacht sind.


Die letzten Kilometer führen wieder über die offizielle Route und schließen einen kleinen Wasserfall ein, bevor wir wieder den Ausgangspunkt erreichen.


23.9.2022 – Der Feldbergsteig
Auch heute soll das sonnige Wetter noch halten und wir machen uns auf, um den Feldberg zu bewandern.
Der Startpunkt auf dem Feldberg ist deutlich professioneller aufgezogen als wir es erwartet hatten und als wir aus dem Parkhaus treten, sehen wir uns einer Amüsiermeile gegenüber, die fast mit der Münchener Wiesn mithalten kann.

Trotzdem kann man aber auch daran vorbei – und durch das steinerne Tor auf den Rundweg gehen…

Bald ist man am höchsten Punkt…

…und nicht nur dort hat man einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Bergketten, auch wenn es heute für den richtigen Fernblick etwas zu diesig ist.

Unterwegs gibt es einige Hütten, die zur Einkehr einladen, gleich bei der ersten werden wir schon schwach und erhöhen das Ballastgewicht für die weitere Wanderung.

Bald geht das offene Gelände abwechselnd in Wald- oder Heidelandschaft über, wo der Weg gelegentlich auch etwas beschwerlicher werden kann.



Überall am Weg liegen große Felsbrocken herum, die gelegentlich auch vom Licht besonders in Szene gesetzt werden.


An einigen Stellen wird klar, daß es sich um einen Bannwald handelt, der sich weitestgehend selbst überlassen bleibt. Baumstämme werden nur beschnitten, wenn sie so stark in die Infrastruktur ragen, daß der Wanderer gefährdet wird oder nicht mehr weiterkommt…

…und die Natur malt die schönsten Bilder.

Dann ist der Wald durchquert und wir nähern uns dem Feldbergsee.


Jetzt ist es nicht mehr weit bis wir wieder an unserem Ausgangspunkt sind.
24.9.2022 – Bergwerk Todtmoos
Der Morgen ist mit seinem aufsteigenden Nebel zwar sehr malerisch…

…zum Wandern aber zu feucht, was uns eine willkommene Wanderpause beschert. In einer Regenpause besuchen wir daher das Städtchen, testen Kaffee und Kuchen, danach geht es in ein stillgelegtes Erzbergwerk am Stadtrand, das für Besucher geöffnet ist.


Auch wenn es kein revolutionäres Erlebnis ist, kann man ein wenig nachfühlen, wie sich die Minenarbeiter in den Stollen gefühlt haben.


Die Granit- und Gneiswände sind ziemlich beeindruckend…


…mittels Wendeltreppen geht es in die anderen Etagen,


Auch morgen soll das Wetter noch eher feucht sein, mal sehen, was uns dazu einfällt.
25.9.2022 – Todtmooser Rundweg
Entgegen anfänglichen Prognosen soll es jetzt heute doch nur bedeckt bleiben, aber nicht regnen. Erfahrungsgemäß ist der Wald am schönsten, wenn es zuvor geregnet hat und alles schön saftig ist. Dann wachsen im Herbst auch die Pilze, also werden wir eine Runde um Todtmoos machen, die stellenweise auf dem Schluchtensteig verläuft und unmittelbar an unserer Unterkunft beginnt.
Der Trail beginnt unspektakulär auf einem Forstweg, wo viel Holzeinschlag am Rand lagert. Über die kranken und abgestorbenen Stämme machen sich alsbald die Baumpilze her, schon bald sehen wir die ersten prächtigen Zunderschwämme.



Auch weniger häufige Arten sind anzutreffen, in einzelner kleiner Fliegenpilz wächst am Rand…


…der goldgelbe Korallenpilz gilt auch als selten, ist uns hier aber schon öfter begegnet…

…und ein extrem seltener ästiger Stachelbart hat sich an einem Buchenstamm niedergelassen.


Bald biegt der Trail von dem breiten Forstweg auf einen schmalen Pfad ab, der wenig begangen scheint.

Auch hier gibt es zahlreiche Pilzsorten wie den Flaschenstäubling


…oder den Austernseitling.


Das feuchte Wetter und die Tatsache, daß man den Wald hier weitgehend unberührt läßt, gibt dem Weg etwas Mystisches und wir bereuen es fast, nach gut zwei Stunden wieder am Startpunkt zu sein.


27.9.2022 – St. Blasien
Nur 14km entfernt von Todtmoos liegt St. Blasien, wo der „Schwarzwälder Dom“ steht, die Klosterkirche der Abtei St. Blasius. Da heute das Wetter eher durchwachsen vorhergesagt ist, machen wir einen Abstecher dorthin.
Außer der Klosteranlage hat der Ort nicht allzu viel zu bieten, lediglich ein Kaufhausgebäude im antiken Stil fällt uns auf.

Dann machen wir uns auf die Suche nach dem Dom, der zwar von weitem zu sehen ist, je näher man kommt jedoch von den neueren Häusern verdeckt wird. Nach einigen Irrwegen haben wir ihn dann aber gefunden:

Die Kirche wurde in ihrem endgültigen Stil 1783 eingeweiht und ist nach dem Petersdom in Rom und der St. Pauls Cathedral in London die drittgrößte Kuppelkirche Europas.


Abgesehen von der beeindruckenden Architektur ist das Verblüffendste wohl die Tatsache, daß man mitten in einem abgelegenen Schwarzwalddorf keinen solchen monumentalen Prunkbau mit Marmorsäulen und -fußböden erwarten würde.



Für ein kleines Mittagessen im Freien reicht das Wetter gerade noch, als wir wieder Richtung Todtmoos fahren (wo Montags und Dienstag die meisten Cafés und Geschäfte geschlossen sind), beginnt es dann auch zu regnen.
Wanderung in *erfrischender* Landschaft und mit sehr schönem Weitblick.
Drück´ die Daumen, dass es noch ein paar Tage halbwegs trocken bleibt.
dd