08.03.2025
Eigentlich sollte der Flug am Montag, dem 10.3. gehen, dafür war auch alles vorbereitet:
Hotelübernachtung in Frankfurt mit 14-Tage Parkplatz in der Tiefgarage, Der Flug mit Lufthansa von Frankfurt nach Neapel, der Mietwagen – abzuholen am Flughafen und letzten Endes das Ferienhaus am Zielort. Aber dann kam es anders.
Pünktlich zum Wochenende meldet die Gewerkschaft ver.di eine Blockade 11 großer Flughäfen in Deutschland für Montag an, darunter auch Frankfurt. Eine Stunde später mailt Lufthansa lapidar, daß der Flug storniert ist, man aber umbuchen, oder sich die Kosten rückerstatten lassen kann.
Der Versuch, den Flug umzubuchen, nimmt fast den ganzen Abend in Anspruch, logischerweise sind da ja auch schon andere Betroffene drauf gekommen. Als die Verschiebung auf den Dienstag dann endlich geklappt hat, muß noch das Hotel storniert und neu gebucht werden (Umbuchung nicht möglich), der erste Miettag im Ferienhaus ist auf aber jeden Fall verloren. Mietwagen abbestellen und neu buchen geht auch erst am nächsten Tag, ein Glück, daß es alles überhaupt ging. Klar, daß Hotel und Mietwagen zwei Tage vorher teurer sind als drei Monate vorher, der Flug hatte sich auch nur umbuchen lassen, weil wir den teureren ‚Flex‘-Tarif genommen hatten. Wenn es dann jetzt wenigstens mit einem Tag Verzögerung klappt, ist alles okay, immerhin hat der Vorsitzende der Gewerkschaft ja sein Bedauern für die über 500.000 Betroffenen ausgedrückt, das sollte es einem dann ja auch wert sein.

10.03.2025
Hotel in Frankfurt ist ok, Auto steht im benachbarten Parkhaus. Shuttle zum Flughafen schon morgens (11.03) um 07:30, da man 2,5 Std vorher da sein soll und wir das mit dem nächsten Shuttle nicht mehr geschafft hätten. Da wir schon zu Hause online eingecheckt hatten, wurden nur noch die Koffer im Automat ‚gedropped‘ und wir hatten Zeit, um uns durch fast alle Business Lounges zu futtern, in FRA gibts da einige. Pünktlich im Flieger teilt der Pilot mit, daß in Neapel das Radar-System ausgefallen ist und deshalb (der komplett ausgebuchte) Flieger eine halbe Stunde am Boden bleiben muß. Mit dieser Verspätung ging es dann endlich los, am Flughafen Neapel dann der nächste Gag: der Shuttle für den Autovermieter war nicht zu finden. Nach etlichen Telefonaten und vielen Fußmärschen mit dem gesamten Gepäck dann endlich gegen 16:00h im Auto auf dem Weg nach Süden. Nach etwa 2 Stunden dann am Treffpunkt und mit Einbruch der Dunkelheit dann im Haus, das ziemlich oben am Berg liegt. Den vielen Lichtern nach zu urteilen, wird es einen traumhaften Blick haben, können wir aber erst morgen bei Tageslicht überprüfen. What a day!
12.03.2025
Das Schlafzimmer ist im Untergeschoss, der Heizkörper an der Wand ist einigermaßen überfordert. Trotzdem schlafen wir irgendwann ein, war ein langer Tag gestern! Der Morgen ist entgegen der Vorhersage trocken, aber dunstig. In der Miniküche wird erstmal ein erstes Frühstück gezaubert…

…dann geht es die ‚romantische‘ Treppe hinauf zum Auto…

…und dann erstmal runter nach Santa Maria für den ersten Einkauf. Hier machen wir einen kleinen Abstecher an den Strand, der im Sommer schwarz vor Leuten ist, jetzt aber recht verlassen wirkt.

Nach dem Besuch diverser Supermärkte (deren Angebot relativ überschaubar ist) und letztlich erfolgreichem Einkauf geht es dann nach ein paar Schlenkern wieder nach Hause und nach einem kleinen Aperitiv auf der Terrasse gibt’s ein leckeres Abendessen zu Hause.

13.03.2025
Erstaunlicherweise schlafen wir hier trotz Kälte und Kellergeruch ganz gut, der Blick auf den Zitronenbaum im Garten vor unserem Fenster und die Vogelstimmen am Morgen heben die Laune schon vor dem Frühstück.


Angeblich soll es heute überwiegend regnen, also eher weniger Wanderwetter. Stattdessen fahren wir Richtung Salerno, wo es das ‚Cilento Outlet Center‘ gibt, eine künstliche kleine Stadt zum shoppen. Nach eher magerem Einkaufserfolg ist dann aber noch genug Tag übrig, um noch etwas mehr zu unternehmen. Da wir eh schon die halbe Strecke hinter uns haben, peilen wir mal die Amalfiküste an und tippen ‚Ravello‘ ins Navi. Es zieht sich… man fährt über etliche Serpentinen über den Berg und sieht das (ziemlich dicht besiedelte) Gebiet dann irgendwann unter sich. In Ravello angekommen, fängt es tatsächlich an, in Intervallen zu regnen. In den Pausen klettern wir dann hoch, sind aber doch einigermaßen enttäuscht, trotz Vorsaison viele Touristen und ziemlich heruntergekommene Architektur. Eine alte Kirche…

…ein paar nette Winkel, aber nichts, was es nicht in anderen italienischen Städten (Cinque Terre, Toscana etc) mindestens genauso gäbe. Auffällig sind die vielen Zitronen- und Apfelsinenbäume, deren Früchte aber anscheinend niemand haben will, sie liegen überall auf dem Boden und auf den Straßen.

Für den Rückweg nehmen wir die Küstenstraße ‚Amalfitana‘ und halten noch einmal in Maiori, wo es noch am sonnigsten ist.

Hier gibt es dann wenigstens einen schönen Eisbecher, dann geht es nach Hause, was sich wegen des einsetzenden Feierabendverkehrs und diverser Umleitungen aber bis in die Dunkelheit hinzieht. Ohne Navi wäre man hier ziemlich aufgeschmissen…
14.03.2025
Es hat aufgehört zu regnen und es ist schon morgens warm – fast 20°, weshalb wir eine erste Wanderung planen, allerdings ohne GPS Unterstützung, denn ich habe das falsche Datenkabel mitgenommen und kann die Route nicht aufs Gerät laden.
Wir parken oberhalb von San Marco, von wo man den vielleicht schönsten Blick auf Castellabate hat…


…und gehen entlang der Küste, wo die Befestigung der Wege stellenweise ebenso marode ist wie die meisten Häuser hier.


Nach rund 5 km erreichen wir den Leuchtturm an der Punta Licosa auf seiner kleinen Insel, von wo es auf den alternativen Rückweg gehen soll.

Leider stimmt die im Wanderführer beschriebene Route nicht (mehr) mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort überein und ohne GPS-Route ist eine Querfeldein-Route auch nicht zu finden, da inzwischen viele Grundstücke privatisiert sind. So kehren wir auf der gleichen Route wieder zurück (und kaufen am Abend ein passendes Datenkabel). Zumindest erwartet uns bei unserer Rückkehr ein kleiner Glücksbringer im Haus… der sich dann aber auch schnell wieder versteckt.

15.03.2025
Zur Zeit bewegt sich in Italien wieder die Erde, ein möglicher größerer Ausbruch der campi flegrei bei Neapel in näherer Zeit wird ja schon seit langem prognostiziert. Westlich von Neapel war es jetzt über 4, was schon ganz ordentlich ist und wieder einigen Schaden angerichtet hat. Bleibt zu hoffen, daß der Flughafen wenigstens bis Sonntag durchhält…
Wir sitzen etwa da, wo der Pfeil unten im Bild ist, bis jetzt hält hier noch alles, anderenfalls wäre das in dieser Hanglage auch unangenehm.

Da das Wetter heute zwar warm, aber sehr bedeckt ist und vom Meer her Nebel aufzieht, gehen wir zu Fuß zum alten Kastell hoch und erkunden die vielen engen Gassen, die für italienische Bergdörfer typisch sind.




Hier bekommen wir auch einen Kaffee und ein Stück Pizza, so daß es am Abend dann auch ein Salat ‚zu Hause‘ tut.

16.03.2025
Für heute steht eine Wanderung zum Gole del Calore auf dem Zettel, einem Flüßchen, das sich – vom Monte Cervati kommend – ein teilweise spektakuläres Flußbett gegraben hat. Los gehts in Felitto, wohin wir erstmal über eine Stunde mit dem Auto fahren müssen. Wir bekommen problemlos einen der drei vorhandenen Parkplätze… wie sich noch herausstellen wird, sind wir heute die einzigen Wanderer auf dieser Route, was wohl an der Jahreszeit liegt. Der Einstieg ist unterhalb von Fellito, oben sieht man noch die letzten Häuser über die Felswand ragen.

Auch hier gab es in den letzten Tagen Erdstöße und es ist einiges an Steinschlag heruntergekommen, was immernoch auf dem Weg liegt. Auch heute gab es in Gesamt-Italien 78 Erdbeben (leichterer Art).

Hier ist es – wohl auch durch den Fluß – immer ziemlich feucht, weshalb die Mauern zum Teil so stark bemoost sind, daß es einer Hecke gleichkommt.

An einigen Stellen sieht man die Häuser der todesmutigen Dorfbewohner an der Klippe…

…mag eine ruhige Wohnlage sein, aber sicher nicht für jeden!

Der Weg wird schwieriger…

…und bald haben wir eine Brücke erreicht, von der man auf den Calore schauen kann.


Obwohl die Strecke nur etwa 7 km lang ist, geht sie in die Beine und wir sind froh, auf dem Rückweg ein Lokal zu finden, wo man einkehren kann. In der späten Nachmittagssonne auf der Heimfahrt kommen die typischen Bergdörfer besonders gut zur Geltung.


18.03.2025
Nachdem wir gestern einen Erholungstag eingelegt haben, bei dem wir uns nur etwas die Gegend angesehen haben, machen wir heute eine Rundwanderung an der Küste zur Punta Tresino, die am nördlichsten Ende von Santa Maria losgeht. Am Startpunkt blickt man auf den Strand und sieht im Hintergrund den Berg, der bis hinauf zum Kastell mit Wohnhäusern bebaut ist.

Überall am Weg findet man den Affodill, der uns auch schon auf La Palma begegnet ist.


Auf halber Höhe kann man unseren Hügel mit dem Kastell oben rechts noch einmal besser sehen.

Es geht vorbei an verfallenen Häusern und einer Klosterruine…

…und überall sonnt sich auf den Felsen die grüne Cilento-Eidechse.

Nach fast zwei Stunden haben wir den nördlichsten Teil der rund 15 km langen Wanderung erreicht und schauen auf den Golf von Salerno mit der Amalfiküste.

Der Rückweg ist einigermaßen beschwerlich, da es teilweise steil querfeldein geht, aber nach etwas mehr als drei Stunden sind wir wieder am Ausgangspunkt. Wir fahren auf dem Rückweg nochmal nach Castellabate hoch…

…wo wir einen Kaffeestop einlegen und sind am späten Nachmittag wieder am Haus, als die Abendsonne den ganzen Hügel in rotes Licht taucht…

…und kurz darauf die berühmte rote Sonne bei Capri im Meer versinkt (rechts neben der Sihouette von Capri kann man schemenhaft Ischia erkennen).

20.03.2025
Für heute ist die wahrscheinlich letzte größere Wanderung geplant, wir wollen auf den höchsten Berg des Cilento, den Monte della Stella. Schon die Anfahrt zu dem Bergdorf San Mauro geht abenteuerlich über schmale, marode Straßen und wir sind froh, ohne Gegenverkehr im Dorf anzukommen, wo wir gegenüber dem Rathaus parken. Von hier geht es los!

Es geht zunächst moderat los, der Weg ist teilweise befestigt…

…aber bald wird das Gelände schwieriger.

Hier oben blüht gerade die Baumheide, die wir schon von La Palma kennen…

…und überall sind die (etwa Gänseblümchen-großen) Scheinkrokusse zu sehen.

Etwa auf halber Höhe kann man Castellabate in der Ferne sehen…

…das dort in der Sonne über dem Meer thront.

Nach rund zwei Stunden können wir die Antennenanlage sehen, die den Gipfel des Monte della Stella markiert und kämpfen uns die letzten Meter hoch.

Oben gibt es einen befestigten Rundweg…

…der aber auch schon bessere Tage gesehen hat, wie vieles hier.

Wäre es über dem Meer nicht so dunstig, könnte man bestimmt bis Sizilien schauen.

Nach einer kurzen Pause geht es dann wieder an den Abstieg durch teilweise recht unterhaltsames Gelände.


Obwohl es nur rund 9 km waren, ging die Tour ziemlich in die Beine und wir sind froh, als wir den Abstieg geschafft haben.

22.03.2025
Nachdem wir den Urlaub gestern abend noch im Riberó in Santa Maria bei einer Pizza haben ausklingen lassen, ist heute unser letzter Tag im Cilento. Hier ist der Frühling inzwischen angekommen und im Garten blüht alles um die Wette. Ein letztes Mal gehen wir die Straße hinauf zum Kastell und durch die verwinkelten Gassen des wohl schönsten Städtchens in dieser Ecke…

…bis wir auf dem Rückweg an dem Café halt machen, wo wir in den letzten Tagen öfter mal einen Espresso getrunken haben, den es hier natürlich in den typischen dickwandigen Tassen gibt (und bei Bedarf auch mit einer Sfogliatelle, einem Neapolitanischen Blätterteig-Teilchen mit Ricottafüllung).

Ein letzter Blick auf Santa Maria, morgen geht es dann zurück (zum Glück morgen am Sonntag, denn am Montag werden zur Abwechslung mal die italienischen Flughäfen bestreikt). Irgendwie können die heutigen Randbedingungen einem die Lust am Verreisen vermiesen…

Was für ein toller Blick aus eurer Bleibe nach unten und der Zitronenbaum direkt vorm Fenster…wunderschön!
Ein Gecko im oder am Haus soll einem Glück im Leben bescheren und die Menschen beschützen die im Haus wohnen! -drück´ die Daumen, dass das Wetter besser wird…
Dem letzten Bild mit der roten Sonne fehlt nur noch die Untermalung mit dem Song von Rudi Schuricke -die Capri Fischer-! tolle Aufnahme….
Der Weitblick ist gigantisch, da hat sich die anstrengende Wanderung gelohnt. Schade dass der Rundweg so marode ist, anscheinend stört das keinen in Italien!
Leider ist eure Urlaubszeit bald zu Ende. Kommt gesund nach Hause!